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Susanne Carl      >>> Rosi, Ross und Reiter - ein Denkmal für St. Leonhard <<<


 
 
St. Leonhardsplatz, 17/18.Juli 2009                                             Foto: Stefan Hippel
 
 


Persönliche Reflektion
Für mich/Rosi wurde im nahen Kontakt deutlich, was für ein Erlebnis in dem »Aufstieg« lag. Manche saßen noch nie auf einem Pferd; manche erzählten von Kindheitserinnerungen mit Pferden; die Überraschung, wie warm das Tier sei (kein Satttel); der Perspektivwechsel in der Höhe, selbst den Überblick zu haben, aber auch gesehen zu werden. Für manche war der Aufstieg ein Wagnis und wirkliche persönliche Grenzüberschreitung verbunden mit Angst, Aufregung, Stolz und Freude. Eine Leiter und Helfer standen bereit, so dass sogar eine Rollstuhlfahrerin auf das Pferd gekommen ist.
In anderen Projekten mit Pferden, »Ross und Rosi« Nürnberg 2006, und bei »Pferdestärken«, Nürnberg 2007, sammelte ich Erfahrungen mit der Anziehungskraft und Magie der Tiere, kontrastiert und gesteigert durch das städtische Umfeld. Warum ist »Rosi« auf dem Ross? Rosi ist das Gegenteil eines Herrschers; mit der roten Nase als Clown erkennbar, strahlt sie in ihren runden, üppigen Formen Vertrauenswürdigkeit aus. Ihre Schaumstoffpolsterungen eignen sich durchaus als Griffe und Halt für die »Zugestiegenen«, ohne dass es unangenehm nah oder persönlich wird. Diese clowneske, weibliche Kunstfigur als Kontinuum im Bild des Herrschermotivs verschiebt auch mit dem überraschenden rosafarbigen optischen Akzent die traditionelle Machtdarstellung in Richtung Menschlichkeit, näher am Scheitern als am Triumph. Der Pferderücken wird Bühne für alle. Für das Publikum war dieses Projekt leicht und niederschwellig zugänglich und erwies sich im Gesamtrahmen als Türöffner auch für andere Kunstaktionen am Platz.

Eine Bildpräsentation an der Litfasssäule in der Nähe des Leonhardsplatzes ist in Kombination mit dem Fotoprojekt von Bruno Weiß »Mein Gesicht ist Dein Gesicht« im November 2009 durchgeführt worden. Die positive Resonanz hierauf war sehr stark.

 
                                       Fotos: Bruno Weiß