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zwischenbericht: Kerstin Polzin & Anja Schoeller  >>> Kunst & Logis Frei! <<< 2009  2010


 
 
im Aktionswohnmobil am St. Leonhardsplatz, 17/18.Juli 2009                  Foto: Stefan Hippel
 
 

In „Kunst & Logis Frei!“ sind junge Künstler eingeladen als Raumforscher in den Stadtteil zu gehen. Dafür laden wir 2010 in einem Zeitraum von 10 Tagen, 8 Künstler ein, die private Unterkünfte von St.Leonhardern Gastfamilien zur Verfügung gestellt bekommen. Es gilt sich mit den alltäglichen und besonderen Gegebenheiten vor Ort mit Hilfe der eigenen künstlerischen Sprache und Mittel auseinander zu setzen, den konkreten Ort und die Bevölkerung einzubeziehen bzw. mit dieser zu arbeiten und Kommunikationsprozesse in Gang zu setzen, deren Ausgang nicht vorhersehbar sind. St Leonhard und sein Alltag ist das Thema, um aus einer fremden und neuartigen Perspektive, aus der Sicht von KünstlerInnen mit deren Blick von Außen intensiv im Zeitraum von 10 Tagen dort zu wohnen, forschen und zu arbeiten.

Die Gastfamilien gleich „Kunststifter“, sind Liebhaber der Kunst und fördern sie mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln.

Die Künstler gleich „Raumforscher“ entwickeln ihre Kunst in der Beobachtung von Orten und in der Begegnung mit Menschen, was einen wesentlichen Teil ihrer Kunst ausmacht.

Stadtteilbewohner (Kunststifter) und Künstler (Raumforscher) treten in einen Dialog. So können künstlerische Sichtweisen, Beobachtungen und Begegnungen mit den Bewohnern ein neues Bild zeichnen. Es entstehen acht künstlerische Projekte, die Ergebnisse werden am Ende der zehn Tage in St. Leonhard erörtert und präsentiert.

Am LeoPART-Projektwochenende 17./18. Juli 2009 stand zwischenbericht mit einem Aktionswohnmobil auf dem Leonhardsplatz und die beiden Künstlerinnen kamen mit vielen Passanten ins Gespräch. Die Reaktionen auf »Kunst & Logis Frei!« reichten von großem Unverständnis und Desinteresse bis zur Bereitschaft der Beteiligung. Für zwischenbericht waren die Tage auf dem Platz eine wichtige Erfahrung, um die konkrete Stimmung der verschiedenen Lebensumstände der Stadtteilbewohner
einzufangen. Viele Menschen haben in ihrem Alltag gar keine Verbindung mit der Kunst, können sich mehr Kunst im Stadtteil aber gut vorstellen. zwischenbericht traf auch viele Bewohner die gern an der Aktion teilnehmen würden, aber kein Quentchen Platz in ihrer Behausung haben. Es gab auch viele ernüchternde Begegnungen, die deutlich machten, mit wie wenig Offenheit für Neues und ebenso mit wie wenig Raum für Eigenes viele Menschen generell leben. Die Gespräche und Begegnungen die zwischenbericht in dieser ersten Realisierungsphase 2009 hatte, stimmten zum Nachdenken über die Möglichkeiten und den Spielraum für eine Gestaltung der st.-leonardschen Lebensräume an.